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Klimakonferenz in Brasilien – COP30 und ihre Ergebnisse

Die COP30 fand in Belém statt, dem pulsierenden Tor zum Amazonasgebiet, und hatte eine große symbolische Bedeutung. Zehn Jahre nach dem Pariser Abkommen war Brasilien Gastgeber der Konferenz unter dem Motto „mutirão” – gemeinsames Handeln und Solidarität. Durch die Wahl des Veranstaltungsortes rückten eines der wichtigsten Ökosysteme der Erde sowie die Themen Rechte indigener Völker, soziale Gerechtigkeit und Teilhabe in den Mittelpunkt der globalen Klimadiplomatie. Der Geist der Inklusivität prägte den Schwerpunkt der Veranstaltung auf Umsetzung und Handeln, wobei Brasilien als Brückenbauer zwischen Industrie- und Entwicklungsländern fungierte.

Trotz politischer Gegenwindes erzielte die COP30 in einem schwierigen geopolitischen Kontext relevante Ergebnisse. Die erhoffte Verpflichtung zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen blieb jedoch aus, da große Öl- und Gasexporteure einen Konsens blockierten. Die Delegierten einigten sich darauf, durch eine freiwillige „Belém-Roadmap” Impulse zu setzen, um künftige Diskussionen sowohl über den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen als auch über die Entwaldung zu fördern. Die Konferenz bestätigte auch die Baku-Belém Finance Roadmap, die darauf abzielt, die Klimafinanzierung bis 2035 auf jährlich 1,3 Billionen US-Dollar zu erhöhen und die Anpassungsfinanzierung im gleichen Zeitraum zu verdreifachen. Auch wenn die Ergebnisse insgesamt nicht transformativ waren, bekräftigten sie doch das 1,5-Grad-Ziel und die Notwendigkeit einer beschleunigten Zusammenarbeit. Fortschritte wurden unter anderem auch bei der Einrichtung eines Mechanismus für einen gerechten Übergang, dem Belém-Aktionsmechanismus (BAM) mit einer starken Formulierung zu Menschenrechten, sowie bei der weiteren Operationalisierung von Kohlenstoffmärkten (Artikel 6) erzielt.

Auch bei den Verhandlungen über Technologie war diese COP ein wichtiger Meilenstein. Die Vertragsparteien verabschiedeten das Belém-Technologieumsetzungsprogramm (B-TIP) und verlängerten das Mandat des Climate Technology Centre and Network (CTCN) bis 2041 mit neuen Funktionen. Dies sichert die zukünftige Arbeit des CTCN mit einer verbesserten Vision durch die erneuerte Funktionsbeschreibung und kommt zum richtigen Zeitpunkt, sodass der neue Auswahlprozess für den Gastgeber im Januar 2025 beginnen kann. Das B-TIP soll die Arbeit des CTCN stärken, insbesondere durch einen Aufruf zu einer stärkeren Zusammenarbeit mit dem Finanzmechanismus, dem Green Climate Fund (GCF) und der Global Environment Facility (GEF), aber auch mit dem Adaptation Fund, multilateralen Entwicklungsbanken, philanthropischen Einrichtungen und dem privaten Sektor. Jährliche globale und regionale Technologiedialoge werden das Thema auf der Tagesordnung halten und Raum für vertiefte Diskussionen zwischen den verschiedenen Akteuren der technologiebezogenen Klimaschutzmaßnahmen bieten. Darüber hinaus wird auf der COP 2028 ein hochrangiger Ministerdialog stattfinden. Das Thema bleibt insbesondere für Entwicklungsländer ein zentrales Anliegen, um ihre Klimaziele zu verbessern und voranzutreiben.

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